In den Jahren 2016-2017 waren wir für die Verbreiterung des Fahrwassers Eemshaven-Nordsee verantwortlich. Bei dieser ersten Verbreiterung haben wir auch das Vogelbroedeiland Eemshaven und Marconi Kwelderland Delfzijl gebaut. Derzeit führen wir einen mehrjährigen Wartungsvertrag aus, um die Fahrrinne der Eems auf Tiefe zu halten.
Das von der Generaldirektion Öffentliche Arbeiten und Wasserwirtschaft in Auftrag gegebene Projekt ‚Verbreiterung der Fahrrinne Eemshaven-Nordsee / Marconi Kwelderlandschap Delfzijl‘ umfasste die Verbreiterung von etwa 42 km Fahrrinne zwischen Eemshaven und der Nordsee, den Bau einer Vogelnistinsel bei Nieuwstad und einer Salzwiesenlandschaft in Delfzijl.

Energieunabhängigkeit
Eemshaven ist unter anderem wichtig für die Brennstoffversorgung und den Transit und spielt eine entscheidende Rolle für die europäische Energieunabhängigkeit. Daher haben wir 2018 den Kanal von Eems vertieft, um Schiffen mit einem maximalen Tiefgang von 14 m den Zugang zu ermöglichen. Die Verbreiterung des Kanals hat die Zugänglichkeit von Eemshaven verbessert und seine weitere Entwicklung als Energiehafen ermöglicht.
“Die Vertiefung war notwendig, um die Kraftwerke in Eemshaven zu versorgen. Diese Vertiefung ermöglicht es größeren Schiffen, Eemshaven zu erreichen.“
Benno Beimers | Nautischer Berater Rijkswaterstaat
Wiederverwendung von Material
Ein Teil des freigesetzten Bodenmaterials aus dem Emsgraben wurde auf hochwertige Weise wiederverwendet. Ein Teil wurde zum Beispiel für den Bau der Vogelnistinsel bei Eemshaven verwendet. Ein anderer Teil wurde für die Salzwiesenlandschaft bei Delfzijl verwendet.
Um diese Salzwiesenlandschaft zu schützen, errichteten wir einen Damm aus Bruchsteinen und ein Ufer auf einer Länge von etwa 2 km. Einen Teil des Sandes haben wir auch für andere Projekte in der Region verwendet, wie z.B. eine Strandaufschüttung bei Borkum und die Abdeckung von Kabeln und Rohren auf dem Meeresboden.
Vogelnistinsel
Schritt 1 war die Realisierung der Erdarbeiten für die Vogelnistinsel Eemshaven. Danach ging es weiter mit der Installation eines Deckwerks aus gegossenen Steinen an der Außenseite der Insel. Jetzt, wo die Insel an ihrem Platz ist, wird sie als Nistplatz für Pionierbrutvögel wie Flussseeschwalben, Küstenseeschwalben und Flussregenpfeifer genutzt.

Marconi-Salzwiesenlandschaft
In Delfzijl wurde die Marconi-Salzwiesenlandschaft durch das Pressen von Sand realisiert. Diese Salzwiesenlandschaft mit einer Gesamtfläche von etwa 50 ha hat sowohl eine ökologische als auch eine Erholungsfunktion.
Wartung der Fahrrinne
Seit Ende 2023 führen wir im Auftrag von Rijkswaterstaat die mehrjährige Wartung der Emsrinne durch. Die Emsrinne ist die Zufahrtsstraße nach Eemshaven, dem größten Seehafen der nördlichen Niederlande. Seit der Ankunft des LNG-Terminals spielt der Hafen auch eine entscheidende Rolle für die europäische Energieunabhängigkeit.
“Da der Eems-Kanal für große Schiffe geeignet ist, könnte in Eemshaven in relativ kurzer Zeit ein LNG-Terminal entwickelt werden, und zwar im Jahr 2022. Daher ist es für die europäische Energieunabhängigkeit von entscheidender Bedeutung, diese Verbindung schiffbar zu halten“, sagte Benno Beimers | nautischer Berater von Rijkswaterstaat.
Nachhaltigkeit
Um zum Nachhaltigkeitsziel von Rijkswaterstaat beizutragen, waren wir als Auftragnehmer gefordert, ein Angebot zu machen, das sowohl in Bezug auf die Nachhaltigkeit als auch auf den Preis attraktiv ist. Rijkswaterstaat strebt eine kontinuierliche Senkung der Umweltkosten an, einschließlich der Reduzierung von CO2-Emissionen, Stickstoffemissionen und des Energieverbrauchs.
Für den Ems-Kanal-Vertrag zum Beispiel wurden die maximal zulässigen Umweltkosten im Vergleich zum vorherigen Vertrag um 20% gesenkt.

Bereits während des Baus wurde die Charlock mit einem SCR-System (einem Katalysator, der Stickoxide abfängt) ausgestattet. Wir setzen diesen Katalysator auch während der Arbeiten auf dem Emskanal ein und fahren im Eco-Modus. Dadurch konnte der Kraftstoffverbrauch bei gleichbleibender Produktion deutlich gesenkt werden.
“Die Nachhaltigkeitsanforderungen der Rijkswaterstaat haben uns ermutigt, den Kraftstoffverbrauch noch weiter zu minimieren. Das Schiff, das wir einsetzen, die Charlock, wurde 2016 gebaut und als ‚Clean Ship‘ zertifiziert.“
Jan Huijbers | Direktor von Van den Herik