Combinatie Herik/Strukton vof hat für Waterschap Limburg ein zweijähriges Projekt zur Verstärkung des Deichs bei Neer in der Gemeinde Leudal durchgeführt. Im Rahmen dieses Projekts wurde eine Anwendung für eine gläserne Flutbarriere entwickelt. Diese gläserne Flutbarriere wurde im Wissensinstitut Deltares in der Deltarinne ausgiebig getestet. Damit hat der Wasserverband Limburg die Premiere für einen gläsernen Hochwasserschutz, der alle strengen Sicherheitsanforderungen erfüllt, die Aussicht auf die Maas bewahrt und somit als getestetes System im Rahmen von Deichverstärkungsprojekten an bestimmten Standorten eingesetzt werden kann.
Meter machen
Die Deichverstärkung bei Neer besteht aus der Verstärkung des grünen Deichs auf etwa 1.600 m und der Verstärkung einer harten Barriere (Stützmauer) von etwa 550 m. Bei diesem Projekt wurden fast 70.000m3 Boden/Ton ausgehoben, von denen 40.000m3 wiederverwendet wurden.
Sicherheit und Erhaltung der Sicht
Die Anhebung der harten Barriere um 70 cm bedeutete, dass der Blick auf die Maas bei mehreren Häusern verloren gehen würde. Die Anwohner wollen den Blick auf die Maas erhalten. Für die Wasserbehörde war die Sicherheit der wichtigste Aspekt. Daher nahm es Gespräche mit den Anwohnern auf und untersuchte die Möglichkeiten. Am Ende entschied sich der Wasserverband Limburg für das innovative Konzept, einen Teil des Hochwasserschutzes aus Glas zu bauen, um sowohl die Sicherheit als auch den Erhalt der Aussicht zu gewährleisten. Combinatie Herik/Strukton vof entwarf und realisierte eine Glasbarriere.

Glaspaneele
Die Glaspaneele bestehen aus mehreren Schichten aus Glas und Folie. In enger Abstimmung mit dem erfahrenen Glaslieferanten Scheuten wurden die ideale Dicke und Zusammensetzung in Bezug auf Stärke und Transparenz berechnet und festgelegt. Das Ziel war immer, den Blick auf die Maas zu bewahren und gleichzeitig die Normen für die Wassersicherheit zu erfüllen. Das verwendete Glas und die Folie sind von hoher Qualität, so dass sie auch gegen äußere Einflüsse wie das Wetter resistent sind. Die Glaspaneele wurden auf einer Gesamtlänge von 80 Metern installiert, aufgeteilt in vier Abschnitte, von denen der längste 30 Meter lang ist.
Flutbarriere bei Deltares getestet
Vor der Installation wurde eine Testbaugruppe der Glasbarriere beim Wissensinstitut Deltares in Delft in der bekannten Testanlage, dem ‚Delta flume‘, verschiedenen Tests unterzogen. Eine Testanordnung der Barriere, die in ihrer tatsächlichen Größe rekonstruiert wurde, wurde dort auf Wellenbelastung und Widerstand von schwimmenden Objekten getestet. Als repräsentatives schwimmendes Objekt wurde ein 6 Meter langer Baumstamm mit einem Gewicht von 800 kg und einem Durchmesser von 40 cm verwendet, der mit einer bestimmten Geschwindigkeit auf das Glas prallte. Durch verschiedene Tests wurde nachgewiesen, dass die Glasbarriere den auftretenden Belastungen während einer Flut standhalten kann, so dass die Anwohner hinter dem Deich gut geschützt sind.