In den letzten Jahren war die abnehmende Artenvielfalt und Wasserqualität der niederländischen Gewässer häufig in den Nachrichten zu lesen. Die Bedeutung der Entwicklung der Natur wird immer deutlicher. Wir tragen mit zahlreichen Projekten zur Verbesserung der Natur und der Wasserqualität bei.
Einige unserer Projekte zielen speziell auf die Entwicklung der Natur ab. Viele dieser Projekte haben ihren Ursprung in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), aber auch bei all unseren anderen Arbeiten verlieren wir die Bedeutung der Natur nie aus den Augen. Wir berücksichtigen unsere Auswirkungen auf die Natur. Wir ergreifen ökologische Maßnahmen und minimieren Emissionen.
Bei der Realisierung der Ökologischen Optimierung Cortenoever haben wir die alten Bäche und Kanäle in der Aue vertieft. Der Grund für die Wiederherstellung der Flussnatur sind die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und des GNN Natura 2000. Durch die Vertiefung wird das Wasser länger in der Aue gehalten, auch in Trockenzeiten.
Das kommt der Natur zugute. Aufgrund der außergewöhnlich langen Hoch- und Niedrigwasserperioden während der Durchführung dieses Projekts war unsere Flexibilität ein wichtiger Erfolgsfaktor. Bei Niedrigwasser war die Entsorgung des Erdreichs nicht möglich, weil es keinen Platz für die Schiffe gab, die das Erdreich über den Fluss transportierten.
Bei Hochwasser konnten wir nicht arbeiten, weil das Überschwemmungsgebiet überflutet war. Indem wir die Arbeitsmethode, die Phaseneinteilung und die Planung ständig an die aktuelle Situation anpassten, konnten wir die Arbeiten trotz Hoch- und Niedrigwasser pünktlich abschließen.

Auch bei Projekten, die nicht direkt mit der Entwicklung der Natur verbunden sind, nutzen wir Möglichkeiten zur Verbesserung der Natur. Beispiele hierfür sind naturfreundliche Ufer, Ausstiegspunkte für die Fauna (fups) oder der Bau von Gezeitenstufen und Kanälen.
Wir haben zum Beispiel 14 Biohütten aufgestellt, als wir in der Nähe von Bergambacht neue Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen haben. Biohütten sind mit Steinen oder Muscheln gefüllte Stahlkäfige. Diese bieten einen perfekten Lebensraum für Flora und Fauna wie Algen und Muscheln.
In der Nähe von Rotterdam haben wir den Abwasserrohrdamm im Nieuwe Waterweg gebaut. Dieser spielerisch geformte Damm aus gebrauchten Abwasserrohren bietet Fischen Schutz und Nahrung.
“Wenn es um die Förderung der Artenvielfalt geht, muss es nicht immer großartig und überzeugend sein. Manchmal kann man auch auf relativ einfache Art und Weise große Erfolge erzielen. Auf diese Weise können wir alle die Welt ein wenig nachhaltiger machen. Kleiner Aufwand, großer Spaß.“
Erika Gouw | Technische Beraterin Rijkswaterstaat